Viele
Kochbücher sind Heute Klassiker
Was werden sich die Autoren der ersten Kochbücher –
übrigens alles Männer - wohl gedacht haben, als sie ihren
Frauen quasi vorgeschrieben hatten, was sie, die Männer, am
liebsten auf dem Tisch bekommen würden. Besonders in den 1950er
Jahren hatten Kochbücher in den USA Hochkonjunktur. Die Bücher,
von denen heute viele als Klassiker gelten, waren viel mehr
Anleitungen für die Frau, wie sie sich gegenüber dem
Familienoberhaupt zu verhalten hätten und wie das
Verwöhnprogramm auch neben dem Esstisch auszusehen hat. Auch
wenn diese Sichtweise heute sehr veraltet ist, so hat auch ein
heutiges Kochbuch den Charakter des
Vorschreibens nicht ganz verloren. Allerdings mit gutem
Grund, denn viele Menschen haben im Zeitalter der
Fertiggerichte und Schnellimbisse verlernt, wie man ein
gelungenes Nachtessen zaubert. Die Köchinnen sind
heutzutage freilich auch Männer und Kochbücher werden zu
einem großen Teil von Frauen geschrieben. Die gerechte
Weltordnung hat also im Kochbuch bereits Einzug gefunden,
fehlt nur noch eine ausgeglichenere Esskultur.
Zur Ernährungslehre gehört, dass man sich Zeit nimmt die
Speisen vor- und zuzubereiten. Man lädt Freunde oder die
Familie ein mitzukochen und jeder trägt seinen Teil zum
gelungenen Abend bei. Das Essen steht und stand ohnehin immer
im Zentrum menschlicher Aktivitäten. Neben dem Tanz war das
gemeinsame Speisen Ausdruck für Zusammengehörigkeit und ist bis
heute eine der letzten sozialen Gelegenheiten geblieben, die
nicht mit einem Computer ersetzt werden können. Man sieht sich,
spricht miteinander, lacht und tauscht sich im gemütlichen
Rahmen aus. Nur wer das allzu oft tut, wird mit der Zeit
feststellen, dass sich das eine oder andere Pfund zuviel auf
den Rippen angesammelt hat. Dies passierte entgegen
zeitgenössischer Annahmen bereits in früheren Jahren, als die
Menschen noch nicht so aufgeklärt waren, welche Folgen
Übergewicht haben kann. Trotzdem fanden spezialisierte
Kochbücher Einzug in die Küchen der Hausfrauen und Restaurants.
Auch viele Kochbücher wie zum Beispiel in der Diät, sind zum Klassiker in der Literatur
geworden und werden seit Jahren immer wieder nachgedruckt.
Hier hat sich anscheinend die Ernährungslehre nicht
grundlegend geändert. Selbst am Beispiel eines 1923
gedruckten Buches ist schnell festzustellen, dass sich
bezüglich Zutaten kaum etwas geändert hat. Dass sich in den
Titeln dieser „alten-neuen" Kochbücher immer wieder der
Zusatz „aus Großmutters Zeit" findet, ist ein gutes Beispiel
dafür, dass Erkenntnisse aus früheren Zeiten durchaus heute
noch zur Anwendung kommen. Was in einem Klassiker steht,
wird heute gut und gerne in neue Literatur eingebunden und
zusätzlich mit leckeren Bildern bestückt. So hat man die
Gewissheit, alte Rezepte genießen zu können, die darüber
hinaus auch gesund sind, auch wenn sie aus einer früheren
Zeit stammen.
Ein Kochbuch aus dem frühen 20. Jahrhundert muss nicht
altbacken sein. Viele Kochbücher sind heute Klassiker. Schon zu
jener Zeit hat man sich Gedanken über die richtige
Ernährungslehre gemacht. Die Klassiker der Koch Literatur
werden auch heute noch reproduziert, wenn auch mit moderneren
Techniken und Illustrationen, die dem Betrachter das Wasser im
Munde zusammenlaufen lassen. Wer über die Jahre hinweg sich an
die „Vorschriften" alter Klassiker hält, wird sich bestimmt
gesund ernähren.
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