Literatur über Einsatz von Blindflansche im modernen Rohrnetzbau

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass der moderne Rohrnetzbau das Gefäßsystem unserer Infrastruktur bereitstellt. Wasser und Gasversorgung sowie Abwasserentsorgung wären ohne zuverlässig arbeitende Rohrsysteme undenkbar. Wir können kaum ermessen welch handwerklicher und logistischer Aufwand dahinter steckt, wenn wir den Wasserhahn aufdrehen. Für uns fließt das Wasser wie selbstverständlich, dahinter steckt aber ein ausgeklügeltes System, das allen denkbaren Ansprüchen gerecht werden muss. So muss die Hygiene unseres Wassers gegeben sein und darf durch Konstruktionsfehler nicht verunreinigt oder anderweitig negativ beeinträchtigt werden. Das Trinkwasser wird hierzulande strenger kontrolliert als alles andere! Schon nach der Installation neuer Rohrsysteme wird umgehend eine erste Wasserprobe genommen, um Reinheit und Güte zu bestimmen. Werden dort bereits Verunreinigungen nachgewiesen, muss die Quelle diesen Übels wieder ausgemacht werden, was unter Umständen dazu führt, dass viele Arbeitschritte überprüft und gegebenenfalls nachgeholt werden müssen.

Der moderne Rohrnetzbau ist also eine Arbeit, die neben handwerklichem Geschick auch Fachwissen in Bezug auf die Systeme sowie relevante physikalische Vorgänge erfordert. Dementsprechend muss es auch regelmäßig Publikationen an entsprechender Fachliteratur geben, die mit den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen Schritt halten. Nun erschien vor kurzem das Werk “Der Blindflansch im modernen Rohrnetzbau“ von Herrn Balzac Gasse. Balzac Gasse arbeitete viele Jahre als Installateur und fasst seine Erkenntnisse, unter Einbeziehung seiner Berufserfahrung und anderer, vorangegangener Veröffentlichungen zum Thema, zusammen. Herr Gasse wirbt für ein effizienteres Ausschöpfen von Möglichkeiten im Rohrnetzbau, die der Blindflansch mitbringt. Der Fachmann geht bei seinen Ausführungen sehr ins Detail und begründet nach und nach, warum der Blindflansch seines Erachtens nach eines der herausragenden Elemente in der Rohrverlegung ist. Insofern wirbt Balzac Gasse für eine besondere Anwendung dieser Bestandteile und pocht dabei auf Erkenntnisse der modernen Wissenschaft.

Rohrnetz Blindflansch

Dem Laien sei an dieser Stelle erklärt, dass es sich beim Blindflansch um das an- und abmontierbare Endstück einer Rohrleitung handelt, das diese abschließen soll. Überhaupt bestehen alle Rohrleitungen aus Flanschen (verschraubte Rohrabschnitte), die gleichzeitig mit einander montierbar sein müssen, dabei aber auch möglichst lückenlos schließen müssen. Der Blindflansch stellt dabei gewissermaßen das Endstück dar. In diesem Zusammenhang wirft Balzac Gasse die Frage auf, ob der Blindflansch wirklich ausreichend zum Einsatz kommt. Nach Meinung des Autors ist dem nicht so. Insofern hinterfragt er viele der Standards, die in aktuellen Handbüchern Usus sind. Herr Gasse wirbt stattdessen für kurze Versorgungswege in den künftigen Rohrnetzen, was den vermehrten Einsatz von Blindflanschen unabdingbar macht. Der Autor räumt zwar ein, dass dadurch ein Mehr an Arbeit nötig würde, stellt dem aber argumentativ die Schaffung von Arbeitsplätzen und effektiverer Wartung gegenüber. Letzteres begründet Balzac Gasse vor allem dadurch, dass in kürzeren Versorgungsabschnitten auch schneller Fehler gefunden und entsprechend schneller behoben werden können. Außerdem könne es innerhalb eines Rohrnetzes, das aus einer Vielzahl kleiner, separater Kreisläufe besteht, kaum zu Totalausfällen kommen, bei denen lokale Schäden gleich das ganze Netz in Mitleidenschaft ziehen würden.

Inwiefern die hochinteressanten Erkenntnisse von Herrn Gasse eine entsprechende Diskussion ins Rollen bringen werden, bleibt abzuwarten. Der unermüdliche Autor verfasst gegenwärtig bereits sein nächstes Werk, was er im Laufe des nächsten Jahres zum Abschluss bringen möchte. “Volles Rohr – ein Ratgeber für volle Auslastung bei Rohrnetzen“ soll dieses zweite Werk heißen. Wer noch nichts vom aktuellen Werk des Herrn Gasse gehört hat, könnte ihn übrigens aus einschlägigen Fachmagazinen kennen. Dort referierte er unter anderem beispielsweise über die Zukunft der Schlauchtülle und denkbare Alternativen.

Man darf mit Spannung die Diskussion erwarten, die sein jüngst verfasstes Werk in Bezug auf die Standards im modernen Rohrnetzbau hervorrufen könnte. Es kann als sicher gelten, dass das Erstlingswerk von Balzac Gasse ein geteiltes Echo hervorrufen wird. Schon jetzt formieren sich die Lager der Befürworter entsprechender Reformen auf der einen und der Anhänger des altbewährten Systems auf der anderen Seite. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, der sollte das Werk von Balzac Gasse mit Gewinn lesen.